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Welche Hundeschule? PDF Drucken E-Mail

Wie finden Sie eine gute Hundeschule?

Hundetrainer, -psychologen, -schulen und -vereine bieten vielerorts ihre Dienste an – und es werden immer mehr.
Die vermeintlichen „Fachleute“ schießen wie Pilze aus dem Boden. Der Hundebesitzer hat nun die Qual der Wahl und ist verunsichert, für welche Hundeschule er sich entscheiden soll, zumal scheinbar jeder der "Beste" ist und sich das Programm , das angeboten wird, fast gleich ist - was daran liegt, dass gute Hundeschulen neue "Trends" setzen. Sie übernehmen neue Erkenntnisse aus der Verhaltensbiologie und dem Lernverhalten in ihre Ausbildungsmethoden, die dann sehr schnell kopiert werden, ohne dass jedoch die Nachahmer über die entsprechende fundierte Ausbildung verfügen. Leider ist es dabei für den Hundebesitzer nicht klar erkennbar, bei welchem Angebot es sich um das "Qriginal" handelt und wo "kopiert" wurde.
Was sich allerdings erheblich unterscheidet ist die Qualität des Trainers und der Preis für Kurse und Ausbildung! „Also, was tun?“, fragt sich der motivierte Hundebesitzer, der seinem Tier die bestmögliche Erziehung zukommen lassen möchte. Nicht entscheidend ist, ob das Gelände, auf dem gearbeitet wird eingezäunt ist oder frei, sondern wie geht die Hundeschule damit um.
Um eine Hundeschule zu führen, ist es seit der Novelierung des Tierschutzgesetzes, ab August 2014 im gesamten Bundesgebiet für Hundetrainer Voraussetzung eine fundierte Ausbildung / Sachkunde nachzuweisen und eine Zulassung bei seinem zuständigen Veterinär Amt zu beantragen. Achten Sie darauf, ob die von ihnen auserwählte Hundeschule diese Zulassung hat.
Perdita Lübbe-Scheuermann, professionelle Hundetrainerin mit eigener Hundeschule, teilt Hundeschulen und Vereine ganz treffend in zwei Kategorien ein:

Kategorie I
Die Hundeschule oder der Verein, deren Unterricht ausschließlich auf einem eingezäunten Gelände stattfindet. Die Erziehungskurse werden häufig in größeren Gruppen (teilweise bis zu 20 Hunde) durchgeführt.
Vorteile:
1. Ihr Hund lernt die gängigen Grundkommandos.
2.
Diese Variante ist kostengünstig, da Sie sich die Aufmerksamkeit des Trainers mit vielen anderen Teilnehmern teilen.
3. Sie lernen eine Menge andere Hundebesitzer kennen.

Nachteile:
1. Ihr Hund merkt recht schnell, dass er auf diesem eingezäunten Platz gehorchen muss. (so genannte „Platzverknüpfung“) Doch wie sieht es bei den täglichen Gassigängen aus?
2. Der Hund lernt an einem Trainingsort ohne große Ablenkung und Umweltreize, wie es ihn in der realen Alltagswelt kaum gibt.

3. Durch die Größe der Gruppen kommt es häufig vor, dass zu wenig Zeit für Ihre persönlichen Fragen und Probleme bleibt, die Hunde sind häufig in den großen Gruppen völlig überfordert und viel zu abgelenkt.

Kategorie II:
In dieser/m Hundeschule/-verein erhalten Sie ein auf Sie und Ihren Hund individuell abgestimmtes Erziehungsprogramm. Der Hundetrainer arbeitet mit Ihnen, oder mit Ihrer ganzen Familie und Ihrem Hund ggf. zunächst alleine im Einzelunterricht.
Er lernt Sie und Ihren Hund kennen, wird sich nach Alter und Gesundheitszustand des Hundes erkundigen. Denn ein Training für einen jungen Hund muss anders aufgebaut werden, als das eines erwachsenen Tieres. Gleiches gilt für den Gesundheitszustand. Eventuelle Beeinträchtigungen müssen für das Training berücksichtigt werden.
Wichtig für den Trainer ist auch die Vergangenheit Ihres Hundes.

Wenn Sie es noch nicht wissen, erklärt Ihnen der Trainer die rassespezifischen Besonderheiten Ihres Hundes. Um sich ein umfassendes Bild zu machen, wird er Sie auch fragen, wie sich der Hund in bestimmten Situationen verhält, z.B. wo er schläft; welches Futter er bekommt etc. Mit all diesen Informationen kann Ihr Trainer nun ein gutes Training aufbauen und Trainingsorte nach Ihren Bedürfnissen aussuchen. Der Unterricht findet in wechselnden Umgebungen (Feld, Wald, Wiese, Stadt u.a.) statt, die denen Ihres Alltags entsprechen, denn dort soll der Hund ja auch gehorchen. Vielleicht kommt der Trainer auch mal zu Ihnen nach Hause, denn oft liegt hier schon die Wurzel von Erziehungsproblemen. Hat Ihr Hund mit speziellen Situationen Probleme (z.B. Jogger, Radfahrer oder Weidetiere), kann er mit Ihnen gezielt an Orten trainieren, wo solche „Reize“ auftauchen

Vorteile:
1. Sie lernen viel über Ihren eigenen Hund und darüber, wie ein Hund lernt. Sie lernen ein bisschen „Hündisch“. Sie sind somit in der Lage, viele künftige Erziehungsprobleme im Vorfeld zu vermeiden.

2. Ihr Hund gehorcht in allen Lebenslagen, auch zu Hause.

3. Individuelle Probleme, wie Aggressionsverhalten, Separationsängste, Jagdverhalten usw. lassen sich ausschließlich im Einzelunterricht lösen.

Nachteile:
Dies ist die kostspieligere Variante.
Es muss ausdrücklich betont werden, dass es den Lehrberuf des Hundetrainers (noch) nicht gibt, er ist also nicht staatlich anerkannt. Jede interessierte Person konnte bisher zum Ordnungsamt gehen und ein Gewerbe anmelden, und schon konnte es losgehen. So stellen wir z.B. immer häufiger fest, dass ehemalige Kunden von uns, oftmals Ersthundebesitzer, die außer ihrem eigenen Hund, noch nie mit anderen Hunden gearbeitet haben, nun plötzlich als „Professionelle Hundetrainer“ mit eigener Hundeschule auf dem Markt erschienen, obwohl sie nachweislich keine fundierte Ausbildung dafür absolviert haben.

Ob Sie Ihren Hund unter fachkundiger Anleitung ausbilden möchten, Beschäftigungsmöglichkeiten für sich und Ihren Hund suchen oder Unterstützung bei der Lösung eines Problemverhaltens benötigen, überprüfen Sie vorher, über welche Qualifikation und Erfahrung die Trainer verfügen.

Lesen Sie die Checkliste " So erkennen Sie einen guten Hundetrainer / -Ausbilder" . Dies kann Ihnen bei der Entscheidung helfen.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 13. November 2014 )